«Die Blutspender sind ein Teil meines Lebens.»

Trotz eines schwierigen Schicksals hat Praphatsorn stets ein Lächeln im Gesicht. Ihr Leben richtet die gebürtige Thailänderin nach einem japanischen Sprichwort aus: «Das Glück kommt zu denen, die stets lachen.» Diese positive Lebenseinstellung ist nicht selbstverständlich, denn Praphatsorn wurde mit einem seltenen Gendefekt geboren. Zu dieser Alpha-Thalassämie (Erkrankung der roten Blutkörperchen, bei denen das Hämoglobin nicht ausreichend gebildet, bzw. gesteigert abgebaut wird) kam die so genannte Hämochromatose oder Eisenspeicherkrankheit. Das führt zu einer heiklen Behandlung, denn ihr Gendefekt verlangt nach einer Erythrozytenkonzentraten-Therapie (Erythrozyten heissen die roten Blutkörperchen), die über eine Bluttransfusion verabreicht wird. Doch zu viel davon würde die Eisenspeicherkrankheit und damit verbundenen lebensbedrohliche Symptome verstärken.

Eine schwierige Ausgangslage also, die der jungen Frau viele Jahre physische und psychische Probleme verursachten. Und dennoch. «Durch die Regelmässigkeit der Transfusionen hat sich mein körperlicher und seelischer Zustand sehr verbessert.» Mit der Zeit bekamen die Ärzte die Krankheit sowie die Therapien so gut in Griff, dass Praphatsorn sogar an eine Mutterschaft denken konnte. 2010 wurde ihr Sohn Nico geboren, kerngesund. Jedes Jahr, wenn sie seinen Geburtstag feiern darf – und auch ihren eigenen – erlebt die 28-Jährige das, was für sie «der schönste Moment ist.» Dann wird ihr bewusst: «Du hast ein Jahr mehr mit deiner Krankheit geschafft und ein Jahr mehr wunderschöne Momente mit deinen Liebsten kreiert. Dann stimmt oft alles. Liebe, Freude, Glück, ich habe meine Liebsten um mich herum. Diese Glücksmomente sind einzigartig.»

Der Alltag von Praphatsorn ist von vielen Arztbesuchen und Therapien geprägt, dazu gehören auch die Bluttransfusionen. «Ich bin sehr dankbar, dass es Blutspenderinnen und Blutspender gibt. Sie sind Teil von meinem Leben.» Da sie und ihre Familie als Blutspender nicht in Frage kommen, stellt sie sich umso lieber für Aufklärungsarbeit zur Verfügung. «Die Blutspende gehört zur medizinischen Grundversorgung. Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass eine einzige Blutspende mehrere Leben retten kann.» Auch mit Freunden spricht sie über die Blutspende, versucht sie zu ermutigen, «auch wenn ein paar Angst vor der Nadel oder einer Ohnmacht haben.» Umso mehr schätzt Praphatsorn die Aufklärungsarbeit der Blutspende SRK Schweiz und anderer Organisationen. Und so freut sich die junge Frau auf viele weitere unbeschwerte Momente mit ihrem Sohn und ihren Liebsten.

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Praphatsorn Leu

«Die Blutspender sind ein Teil von meinem Leben.»

Praphatsorn

Spender und Empfänger erzählen