Der Moment, in dem alles stimmt.

Natürlich wusste Angela Gurtner, dass es in der Schweiz Blutspendezentren gibt und viel Menschen regelmässig spenden. Doch ihre Premiere als Spenderin hatte die 38jährige Baslerin erst, als sie beruflich mit der Blutspende SRK Schweiz in Kontakt kam. «Vorher war mir dieses Thema zu weit weg, ich hätte nicht einmal gewusst, wo ich spenden kann.» Sie sagt von sich selber, dass sie als Spenderin prädestiniert ist: «Als ehemalige Spitzensportlerin bin ich in guter körperlicher Verfassung, und auch Angst vor Spritzen kenne ich nicht,» lacht sie.

Eigentlich steht ein nächster Spendetermin schon längst wieder an. Vom Blutspendedienst wird sie via Email regelmässig aufgeboten. «Dass ich es dann doch nicht tue, hat ganz einfach praktische Gründe.» Sie nimmt sich jedoch vor, die nächste Blutspende in ihre Agenda einzutragen wie jeden anderen Termin auch.

Vor ein paar Jahren verlor Angela Gurtner bei einer Operation selber viel Blut. «Da merkte ich, wie schnell man auf eine Spende angewiesen sein kann. Blut spenden geht so einfach, und man leistet damit eine grosse Hilfe.» Mit diesem Argument animiere sie auch Freundinnen und Freunde zum Blut spenden. «Zudem gefällt mir der Gedanke der Solidarität. Die Blutspende macht deutlich, dass wir alle Teil eines grossen sozialen Netzes sind.» Vom Bedürfnis des Spendeempfängers aus gesehen sei es eigentlich keine Frage, nicht Blut spenden zu gehen.

Angela Gurtner ist eine lebensfrohe, kreative Frau, die das Leben, die Natur und ihre Familie über alles liebt. Nach dem Moment gefragt, in dem alles stimmt, beginnt sie zu strahlen: «Wenn ich mit meiner Tochter, Freunden und deren Kindern zusammen bin, gibt es einen Moment mit einem ganz besonderen Zauber: dann nämlich, wenn die Kinder freudig-friedlich im Spielen versunken sind und wir Erwachsene bei einer Tasse Tee oder in der Sonne sitzend über Gott und die Welt reden. So richtig Grossfamilie. Dann bin ich glücklich.»

Angela beim spenden

«Da merkte ich, wie schnell man auf eine Spende angewiesen sein kann.»

Angela Gurtner, 38, Soziologin und Ritualbegleiterin

Spender und Empfänger erzählen